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Schicht im Schacht: Rheinhausen kleinkariert | 25 Jahre Schimanski | Sünde 2005 | Emmy 2004 | Dreharbeiten in Duisburg | Duisburger hat Kommissar ein Denkmal gesetzt | Adolf Grimme Preis 2001 | Alt-OB über Götz George | Schimanski 2000 | Provinzposse ums „Rattennest“

„SCHICHT IM SCHACHT“: RHEINHAUSEN KLEINKARIERT

So früh hat noch nie eine Schimanski-Folge für Ärger gesorgt. Die Rheinhausener Bezirks-CDU protestiert nachdrücklich gegen die Folge „Schicht im Schacht“, dessen Dreharbeiten eben erst begonnen haben. Rheinhausen, eine ehemalige Bergmanns-Siedlung „unweit von Schimanskis Heimatstadt Duisburg“, sei ein „vom Niedergang bedrohter Ort“, ist aus einer WDR-Presseerklärung herauszulesen. Barbara Feiereis, Sprecherin des Kölner Senders, entschuldigte sich inzwischen für die „unglückliche“ Formulierung.
Man kann den Eindruck gewinnen, dass unveröffentlichte Schimanski-Drehbücher zur Pflichtlektüre in den Duisburgen CDU-Ortsverbänden gehören. „Den Drehbuchschreibern müsste man einen kräftigen Tritt in den Hintern geben. Ich würde den Tritt selbst ausführen“, erklärte der Rheinhausener CDU-Fraktionsvorsitzende Ferdi Seidelt im besten Schimanski-Slang gegenüber der Presse. Ihm habe schon der allererste Schimanski-Tatort 1981 missfallen. Damals habe er sich von Götz George belehren lassen müssen, dass der Film ein Kunstprodukt und nicht die Realität sei.

Titelgeschichte der Rheinischen Post am 23. Febuar 2008: Ärger am Niederrhein

„Eine solche negative Darstellung will ich hinnehmen“, ereiferte sich Bezirksvorsteherin Katharina Gottschling (CDU) im Gespräch mit der Rheinischen Post über die neue Schimanski-Folge. „Die spinnen, die Kölner“, assistiert der liberale Bezirksvertreter und Werbering-Chef Karsten Vüllings. „Fakt ist, dass es Jahre brauchte bis Rheinhausen dass Ende der achtziger Jahre bundesweit gezeichnete ,Tothausen-Image‘ wieder los werden konnte“, heißt es in der Werbering-Stellungnahme. „Zwanzig Jahre später fällt dem WDR nichts Besseres ein, als Götz George vor eben jenem Hintergrund, den der Stadtbezirk inzwischen bewältigt hat, auf Gangsterjagd zu schicken.“ Gegenüber horstschimanski.info betont Vüllings, dass sich sein Protest ausschließlich gegen die WDR-Pressemitteilung richte. „Das ist keine Kritik an Schimanski.“
Der WDR spricht von einem „Missverständnis“. Der fiktive Film spiele im modernen Duisburg. Nur in kurzen Rückblicken werde mit Archivmaterial wie alten Fotos sowie „Hier und heute“-Ausschnitten auf den Arbeiterkampf gegen die Krupp-Schließung und dem Wegfall tausender Jobs Bezug genommen. Hintergrund des Fernsehfilms sei der Strukturwandel, so würden unter anderem Szenen in modernen Unternehmen gedreht. „Wir wollen keineswegs alte Wunden aufreißen“, sagte Feiereis der NRZ. Der WDR kündigte an, die Formulierung „vom Niedergang bedrohter Ort“ auf seiner Website zu ändern (  WDR: Schicht im Schacht).
Die NRZ stimmt dem WDR zu: „Sollten die Fernseh-Zuschauer so vernagelt sein, dass sie nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit zu unterscheiden wissen?“

 Westdeutsche Allgemeine: Die Geschichte wiederholt sich
 Westdeutsche Allgemeine: Von Schimanski und Schenker

 Rheinische Post: Rheinhausen protestiert
 Rheinische Post: So nicht, Schimmi!
 Neue Ruhr Zeitung: Ärger um neuen Schimanski-Film
 Rheinische Post: Schimmi in Tothausen

Geplant ist es, den Film anlässlich des 70. Geburtstages von Götz George, der am 23. Juli 2008 stattfindet, auszustrahlen. Da die Folge wird wie gewohnt an einem Sonntag um 20:15 gezeigt wird, ist vermutlich der 27. Juli 2008 der Sendetag. Regisseur der Folge „Schicht im Schacht“ ist Thomas Jauch, der bereits mehrere Tatort-Folgen in Hannover, München und Bremen gedreht hat. Der Film soll vom 18. Februar bis zum 19. März in Köln und Umgebung sowie in Duisburg abgedreht.
Die Lokalpresse und die Rhein-Ruhr-Regionalnachrichten des WDR spekulieren, dass George dann „voraussichtlich“ seine letzte Rolle als Schimanski spiele. Im März werde zwei Tage in Duisburg gedreht, unter anderem in den Kulissen des ehemaligen Hüttenwerks im Landschaftspark Duisburg-Nord. „Wie die Park-Geschäftsführung erklärte, wird George alias ,Schimanski‘ dort einen Mord aufzuklären haben, der sich bei einer Hochzeitsgesellschaft am Hochofen Nummer 5 inmitten des Parks abgespielt hat“, ist in der WAZ nachzulesen.

 Neue Ruhr Zeitung: Schimmi fahndet am Hochofen

Der Pensionär Horst Schimanski hat vor mehr als 16 Jahren den Dienst bei der Duisburger Kriminalpolizei quittiert. Dass der WDR nun mitteilt, in „Schicht im Schacht“ gehe es um einen Fall, den Kommissar Schimanski vor sechs Jahren ungeklärt zu den Akten gelegt hat, gehört zu den Ungereimtheiten der Pressearbeit des Kölner Senders.

Laut Drehbuch, geschrieben von Jürgen Werner, halten es Schimanski und Hänschen (Chiem van Houweninge) zu Hause nicht mehr aus. Sie beschließen, nach Holland zu fahren, um dort zu angeln. Aber richtige Ruhe will sich nicht einstellen. Hauptkommissar Hunger (Julian Weigand) braucht Hilfe. Es sei ein Mord geschehen, der dem seinerzeit ungeklärten Fall ähnelt. Eine junge Frau wurde am Tag ihrer Hochzeit mit einem Slip im Mund tot aufgefunden.
Schimanski fährt zurück und erlebt eine völlig veränderte Situation. Vor 20 Jahren wurde hier gegen die Schließung eines Stahlwerks gestreikt. Heute lebt jeder vereinzelt vor sich hin, und eine Mauer des Schweigens umgibt die Menschen. Wo früher Solidarität, Wut auf die Abzocker und Stolz auf das Geleistete herrschten, gibt es heute Vereinzelung und Resignation. Das erschwert die Ermittlungen. Schimanski braucht sehr viel Fingerspitzengefühl, um das Vertrauen der Menschen zu gewinnen.

In den weiteren Rollen spielen neben Denise Virieux (Marie-Claire) auch Robert Gallinowski, Aljoscha Stadelmann, Max von Pufendorf, Walter Gontermann und Anne Ratte-Polle in „Schicht im Schacht“ mit.


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