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Foto: Harald SchrapersSchimanski im Hochzeitsanzug, Kommissar Hunger und der obligatorische Citroën.

DREHARBEITEN IN DUISBURG

Gerade mal drei Tage dauerten in Duisburg die Dreharbeiten für die Schimanski-Folge „Kinder der Hölle“, der Rest wurde in Köln und Umgebung gedreht. Einziger Drehort in Duisburg: die Uferansicht vom Innen- und Außenhafen sowie die berühmte Hafenbar Goldener Anker und die benachbarte Femina-Bar. Wobei Femina im Film die äußere Fassade darstellt, während die Innenaufnahmen am zweiten und dritten Drehtag im Goldenen Anker stattfanden.

Foto: Harald SchrapersDer Goldene Anker und die Femina-Bar.

Seine berühmte Jacke hat Schimanski zu Hause gelassen, stattdessen hat er sich in feinen Zwirn gehüllt. Denn er wollte Marie-Claire heiraten. Doch im Standesamt klingelte das Handy von Hänschen. Auf einem Campingplatz ist ein kleines Mädchen tot aufgefunden worden. Die ermordete Tochter eines Duisburger Ex-Polizisten war offenbar zur Prostitution gezwungen wurde. Mit diesem Polizisten arbeitete Schimanski vor „sieben, acht Jahren“, so Hänschen (tatsächlich muss es aber mindestens zehn Jahre her sein), in einem Fall zusammen. Die Braut bleibt allein zurück, Schimanski und der Duisburger Kommissar Thomas Hunger fahren an diesem Drehtag zur Hafenbar. Auf der Straße vor der Bar nehmen sie die Prostituierte Niki mit, von der sie sich Hilfe bei der Aufklärung des Mordes erhoffen.

WDR-Pressefoto einer nicht existenten SzeneOffizielles Pressefoto: Schimanski droht mit den Handschellen.

Die Stunden, die bei dem Drehen dieser Szene verbracht wurden, waren leider umsonst. Denn die Aufnahmen, bei der Schimanski mit den Handschellen droht, wurden im Film nicht verwendet. Offensichtlich ist diese Szene erst sehr spät aus dem Film herausgeschnitten worden. Denn bei den offiziellen Pressefotos ist die Szene dabei. Und im späteren Verlauf des Films fragt Schimanski, ob er „noch mal“ mit den Handschellen drohen müsste.

Leider wurde der allergrößte Teil von „Kinder der Hölle“ im Kölner Raum gedreht. Die Produktionsfirma Colonia Media dreht am liebsten vor der eigenen Haustür und weist auf die dabei deutlich niedrigeren Produktionskosten hin. Außerdem sei im Ruhrgebiet die Infrastruktur für Filmaufnahmen noch nicht in dem Maße entwickelt, wie man sich das wünschen würde.

Foto: Harald SchrapersBarbesitzer Sinna (Harald Schrott), die Prostituierte Niki (Sabine Timoteo),
Horst Schimanski (Götz George) und Thomas Hunger (Julian Weigend) auf der Unterstraße in Duisburg.


MIT BLAUMANN UND BOMBER-JACKE
Hauptkommissar Hunger (Julian Weigend) und Schimanski sind
den den Schleppern auf der Spur.
Schimanski und der Flüchtlingsjunge Attila
(Sebastian Urzendowsky).
Marie-Claire (Denise Virieux) mit ihrem Horst. Undercover als Fernfahrer.

Ohne seine Schimanski-Jacke, sondern mit Blaumann und Bomber-Jacke trat er am Duisburger Drehtag der Folge „Asyl“ auf. Götz George alias Schimanski war damit – für jeden ersichtlich – undercover. Er hat als LKW-Fahrer bei einer Schlepper-Organisation angeheuert, die Flüchtlinge aus Tschetschenien nach Deutschland bringt.

Bei den Dreharbeiten im Duisburg-Ruhrorter Hafen wurde die Eingangsszene gefilmt. In einem LKW-Container findet die Duisburger Polizei die Leichen von 30 erstickten Flüchtlingen. Nur der 17-jährige Attila hat überlebt.

Drehbuchautor Horst Vocks knüpft an eine reale Flüchtlingskatastrophe im englischen Dover an, bei der 58 Chinesen in einem Kühltransporter erstickten. Horst Vocks ist der Autor legendärer Schimanski-Tatort-Folgen, unter anderem von „Duisburg-Ruhrort“ und dem Kinofilm „Zahn um Zahn“. Regie führte der Autorenfilmer Edward Berger, der auch „Kinder der Hölle“ inszenierte.


 Rheinische Post: Eine positive Identitätsfigur?

Harald Schrapers · 2001   


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