Harald Schrapers steckt hinter www.horstschimanski.info
Duisburg.
Harald Schrapers weiß nicht mehr, wo er genau gewesen ist am 28. Juni
1981. Natürlich hat er sich "Duisburg Ruhrort" angeschaut, "aber
erst hinterher realisiert", dass es so etwas noch nie gab im Deutschen
Fernsehen. Es dauert bis 1996, da hat der Duisburger Schrapers über den
Duisburger Schimanski so viel Material zusammen, dass www.horstschimanski.info
an den Start geht - der Klick zum Kult: "Mensch, Horst!"
Ein Vierteljahrhundert Versuche, die Legende zu fassen, hat Schrapers, der
vor allem von der Filmsprache und der Rezeption der Reihe fasziniert ist, versammelt.
Pressestimmen: "Der Ruhrpott kocht: Sind wir alle Mörder oder Trinker?",
ereifert sich die Bild am Sonntag. "Solche Bullen braucht das Land!",
jubiliert die taz. Selbstironie entwickele nur, wer in sich ruhe, schlussfolgert
die WAZ einmal salomonisch. Unstrittig ist für Schrapers: "Das Selbstbewusstsein
im Ruhrgebiet ist erst nach Schimanski entstanden." Und dank.
Schrapers, "eigentlich ein völlig untypischer Fan", hat nicht
mal einen Fernseher. Die Seite muss reichen. Nützes und unnützes
Wissen gibt es da: Etwa, dass Schimmis Kutte ein "Alpha M-65 Field Coat" des
US-Militärs ist, mit abgetrennten Schulterklappen und in beige - statt
in oliv - eine echte Rarität.
Skurril ist auch ein Auszug aus dem Buch "Begegnungen" von Duisburgs
Alt-Oberbürgermeister: Josef Krings erzählt von einem Besuch beim
Hafendirektor in Paris. Der erhob sich am Ende eines festlichen Dinners und
sagte: "Ich trinke mit unseren Duisburger Gästen auf das Wohl der
beiden berühmtesten Kriminalkommissare. Auf Kommissar Maigret und auf
Kommissar Schimanski."
Die Duisburg-Bilder, dieser Kontrast zwischen Natur und Industrie, hätten
der Welt außerhalb des Reviers gezeigt: "Wir haben etwas, was einmalig
ist." Dass sie allmählich verschwinden in den späteren Folgen,
findet Schrapers "problematisch". Umso einmaliger müsste das
Ende für das Raubein sein: "Ich würde ihm wünschen, dass
ein Autor eine ganz geniale Story findet, um die Geschichte zum Abschluss zu
bringen." Nur Schimmis letztes Wort wäre wohl gesetzt: "Scheißeee!"