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| Harald Schrapers sammelt
Pressemitteilungen und Filmrezensionen, aber auch
magazinreife Info-Texte und ausdrucksvolle Bilder. Dank
Schimmi, so Schrapers, kann "man solz sein auf sein
Revier". | |
WAZ Duisburg. Er ist einer der berühmtesten
Männer der Stadt. Doch kein Museum, keine Straße ist nach ihm
benannt: Obwohl Duisburg durch Horst Schimanski in ganz Deutschland
bekannt wurde, setzte man ihm an seiner ehemaligen Heim- und
Wirkungsstätte kein Denkmal.
Wenn es nach Harald Schrapers ginge,
würde sich das bald ändern. Denn der 38-Jährige ist regelrecht
vernarrt in den Kommissar mit der Schmuddeljacke. Anfang der 90er,
als die Duisburger Uni noch eine Gesamthochschule war und dringend
einen Namen suchte, wollten Schrapers und seine Kollegen sie sogar
zur "Horst-Schimanski-Gesamthochschule" küren. "Schimmi hat so viel
für die Stadt und das gesamte Ruhrgebiet getan", sagt Schrapers mit
Nachdruck.
Der sympathische Mann mit der ovalen Brille
lebt in einer schicken Wohnung am Innenhafen - genau dort, wo
Schimmi nach seiner TV-Premiere im Jahre 1981 regelmäßig für den
"Tatort" ermittelte. Zufall. "Aber ohne Schimanski wäre hier vieles
nicht möglich gewesen", da ist sich der gebürtige Duisburger sicher.
Aktionen wie "Der Pott kocht" zum Beispiel hätte es nicht gegeben.
"Früher war es den Menschen doch total peinlich, aus dem Ruhrgebiet
zu stammen. Erst seit den 80er Jahren, seit Schimmi eben, ist das
anders. Mittlerweile kann man stolz sein auf sein Revier", findet
Schrapers.
Seit vielen Jahren hat der Schimmi-Fan, der
"im normalen Leben" für eine Bundestagsabgeordnete arbeitet und
Gesellschaftsspiele rezensiert, alles penibel gesammelt, was er über
die Schnurrbartträger Schimanski und Thanner finden konnte; seit
1996 präsentiert er seine Fundstücke - zum großen Teil
Pressemitteilungen und Filmrezensionen, aber auch magazinreife
Info-Texte und ausdrucksvolle Bilder - unter http://www.horstschiman/ ski.info auf einer eigens
erstellten Homepage. Natürlich hat er auch alle Filme seines
Lieblingsschauspielers gesehen: In seinem Wohnzimmer stapeln sich
die Videocassetten. "Nur eine Folge fehlt", sagt der Experte
schmunzelnd.
Hin und wieder leitet er Stadtführungen für
die Duisburg-Agentur - wer will, kann sich von ihm an jene Stellen
führen lassen, an denen der schnoddrige TV-Polizist gelebt, geliebt,
gezofft oder getrunken hat. "Obwohl die Stadt es wahrscheinlich
lieber sehen würde, wenn statt dessen stilvolle ,Niederrhein-Touren´
gemacht würden", überlegt Schrapers. "Na ja, Duisburg ist
schließlich mehr als nur Schimmi", meint denn auch Hans-Gerd
Hirschfeld von der Duisburg-Agentur. Die Botschaft des TV-Polizisten
sei einfach zu mager. "Zweifellos - Schimmi hat der Stadt unterm
Strich genützt." Aber Mercator, der berühmte Kartograph aus dem 16.
Jahrhundert, der unter anderem in Duisburg gelebt und gearbeitet
hat, stehe dafür, dass in der Stadt am Rhein große Leistungen
vollbracht wurden. "Und das kann man mit Schimmi nicht unbedingt
verknüpfen", meint Hirschfeld.
Harald Schrapers hingegen bleibt dabei:
"Schimmi ist einfach der prominenteste Duisburger der Neuzeit. Und
das darf man den Leuten nicht vorenthalten." 13.01.2003 Von Tina Halberschmidt
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