Die ins Graubeige spielende Jacke, die modische Ignoranz ihres Trägers
verbürgend, muß häufiger als Schutz gegen Kälte herhalten
denn Schläge dämpfen; wo früher Fäuste flogen, heben sich
jetzt Augenbrauen; und es scheint sich bis nach Lüttich herumgesprochen zu
haben, daß sich Türen mit der Klinke schmerzfreier öffnen lassen,
als wenn man sie eintritt, notiert die FAZ. Aus diesem Besonnenheitszuwachs
folgt jedoch mitnichten Langeweile.
Wie schon in den letzten Folgen der Reihe arbeiten sich auch in diesem
,Schimanski wieder Form und Inhalt, Erblast und Erneuerung aneinander ab,
meint die Berliner Zeitung. Das sei ein ehrenwerter Anspruch. Aber im Ergebnis
einfach nur anstrengend. Seltsam, konstatiert die taz. In der deutschen Fernsehlandschaft,
in der immer mehr Ermittler immer häufiger in Erscheinung treten, ist Schimanski
der einzige ernstzunehmde Charakter. Ein altersstarrer Held unter frühvergreisten
Witzfiguren. Der Tagesspiegel: Selbst die Türen bleiben heil, denn Schimanski
hat im elften Film seit seinem Comeback 1997 wirklich keine Selbstironie mehr
nötig. Hunger und Hänschen heißen die Kommissare, die die Idee des
europäischen Rechtsstaats verkörpern, glossiert Die Welt.
Vielleicht hatte George eine Zeit, in der er mit Schimanski kämpfte,
vermutet die Süddeutsche. Doch nun hat er ihn ins Alter gerettet,
und das ist so, als ob ein erfolgreicher Sportler seine Größe nach
dem Ende seiner Profikarriere bewahrt. Vor 21 Jahren kam ein gewisser Horst Schimanski über Duisburg und
blieb seither haftet das Schimi-Image an der Stadt wie Frittier-Geruch
am Pullover, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Sie portraitiert
den Alt-Oberbürgermeister Josef Krings, Regisseur Hajo Gies und den Schimanski-Archivar
Harald Schrapers. [ Homepage ] |