Auch in Zeiten der sogenannten Neuen Mitte gehört er nicht zu den
Regierenden, meint Götz George. Ganz bestimmt nicht. Die
Süddeutsche Zeitung hatte den Schauspieler nach dem heutigen Schimanski
gefragt, der in den Achtzigern diejenige Oppositionsfigur zu Kohl gewesen sei,
die es in der Politik nicht gab.
Die Welt meint: „Schimanski war von Anfang an die Ruhrpott-Variante
des kalifornischen Philip Marlowe. Für den neuesten ,Schimanski‘
haben Hajo Gies und sein Autor Hansjörg Thurn ihre Geschichte noch
direkter an Chandler angelehnt. Sie haben den Konflikt aus ,Farewell, my
Lovely‘ übernommen, die Suche eines ,weichen Riesen' nach
seiner ehemaligen Traumfrau …“
Die FAZ schreibt: „Erst
die letzte Drehbuchseite, die Schimanski nach zwei harten Arbeitstagen
zurückschickt auf seinen alten Kahn, erinnert an den alten Kerl. ,Pass
auf, mein Rücken‘, warnt er, ehe er mit Marie-Claire in die Koje sinkt.“
Die Frankfurter Rundschau fasst zusammen: „Die Sprüche und
die Schauplätze stimmten, und die besondere Farbgebung, ein winterlich-kühles Blau,
folgte hier einmal nicht aktuellen Moden, sondern entsprach der Atmosphäre
der Geschichte. Aus der Summe der Eindrücke resultiert die Erkenntnis:
Passt die Orchestrierung, kann sich der alte Haudegen Schimanski immer noch sehen lassen.“
Die taz kritisiert: „Der aseptisch daherkommende Karrieristenschwachmat
Hunger ist genauso überzeichnet wie der Hygiene verabscheuende Charmebolzen Schimanski.
Für die unregelmäßige Rückkehr der ,Schimanski‘-Macher in den immer
etwas übel riechenden Ruhrpott-Kosmos kann es eigentlich nur einen Grund geben: Hier kann
man lieb gewonnene Rollenmuster von zu Unrecht verfolgten Underdogs aufwärmen.“
Die Berliner Zeitung schreibt: „Die Welt ist seit seinem Debüt
1981 ein bisschen komplizierter geworden und seine reflexartige Abneigung
gegen die zu jeder Schweinerei fähige Bourgeoisie bringt ihn nicht
mehr so verlässlich voran wie in alten Zeiten – nicht umsonst beginnt
der leicht verwirrte Schimanski viele Sätze mit ,Früher…‘
Jeder normale Ermittler würde ob dieser Verbohrtheit belächelt,
aber Schimanski bekommt Opa-Bonus und Hämeverschonung.“
Die Duisburger NRZ schreibt: „Der neue Schimmi-Krimi gibt sich ganz
zahm“. Auf den Rheinauen blöken Schafe, während die Kamera über
die grünen Weiden schwenkt. Im Gegensatz zur letztjährigen Folge „Rattennest“
blieben die „die angeblich dunkelsten Seiten der Stadt“ diesmal im Dunkeln, stellt
die NRZ fest. [ Homepage ] |