 Harald Schrapers führt eine Schimanski-Homepage
Der Fan, der George nicht kennt
 (RP). Im Juni vor 20 Jahren saß der damals
16-jährige Harald Schrapers gebannt vor dem Fernseher. Es lief die
erste Folge mit dem neuen Tatort-Kommissar Horst Schimanski, alias
Götz George. "Duisburg Ruhrort" spaltete 1981 die Fernsehnation,
Harald Schrapers war jedoch von "Schimi" sofort fasziniert. Seit
mittlerweile zehn Jahren sammelt er alle Informationen und
Presseberichte, die er über Schimanski findet und stellt sie ins
Internet. In seiner Wohnung deutet jedoch nichts auf seine
Schimanski-Begeisterung hin. Lediglich ein paar Bücher über den
Tatortkommissar stehen im Regal.
"Mich fasziniert die Figur Horst Schimanski. Ich bin kein Fan von
Götz George, obwohl er ein brillanter Schauspieler ist", trennt
Schrapers bewusst zwischen Schauspieler und Rolle.
Er weiß sehr wohl, dass die Meinungen über Schimanski und seine
Verkörperung von "Ruhrpott-Mentalität" auf ein geteiltes Echo
stoßen. Für einige ist er eine Identifikationsfigur, andere sehen in
ihm den kleinbürgerlichen Proleten, dessen Markenzeichen die
Gossensprache ist.
Positiv vertreten
"Ich finde, dass Schimanski das Ruhrgebiet und vor allem Duisburg
positiv nach außen vertritt", sagt Schrapers. Auch heute diene die
Industriekulisse als Hintergrund für kulturelle Veranstaltungen und
Filme, was Schimanski erst möglich gemacht habe.
Schrapers, der beruflich im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig
ist, bietet auch Stadtführungen für die Duisburg Agentur an. Dabei
zeigt er den Leuten die Krimikulissen in Ruhrort und im Duisburger
Norden. Als Kontrastprogramm dient hingegen der umgestaltete
Innenhafen, wo der gebürtige Duisburger Schrapers inzwischen wohnt.
"Duisburg ist eine Stadt der Industrie, was auch sichtbar bleiben
muss", lautet Schrapers Devise. "Ein paar Seen, wenn auch vielleicht
nicht sechs, haben auch andere Städte."
Die Internethomepage von Harald Schrapers stößt auf großes
Interesse. Viele Anfragen beziehen sich jedoch auf Autogramme oder
Kontakte zu "Schimi". Dafür ist Schrapers allerdings die falsche
Adresse.
"Schimanski ist eine Kunstfigur und zu Götz George stehe ich in
keinerlei Kontakt. Ich kenne ihn gar nicht." Außer Schrapers gibt es
noch zwei, drei andere Experten, die sich intensiv mit Schimanski
beschäftigen, so dass ein kleiner Informationsaustausch stattfinden
kann.
Von OLIVER BLOCH
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